Paul Paulus

Paul Paulus

* 01.08.1915
† 31.01.2013
Erstellt von OVB Heimatzeitungen
Angelegt am 02.02.2013
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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Paul Paulus, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Chiemseemaler starb im Alter von 97 Jahren – Stütze des Vereinslebens im Ort

06.02.2013 um 09:59 Uhr von Gast

Prien – „Unser Mit- und Ehrenbürger Paul Paulus war mit den Eigenschaften Ehrgeiz, Ausdauer und Beständigkeit in besonderer Weise ausgestattet.“ Mit diesen Worten würdigte Bürgermeister Jürgen Seifert den im Alter von 97 Jahren nach einem langen, schaffensreichen Leben verstorbenen Paul Paulus. Aufgrund des regnerischem Wetters hielt Seifert den Nachruf in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt.

Paul Paulus sei einer der letzten Chiemseemaler gewesen, dessen Gemäldeherzstücke stets ein Detail der heimischen Landschaft und Natur gewesen seien. Dessen Werke anmierten laut dem Bürgermeister immer wieder zum Spruch „Das ist ein Paulus“.

Paul Paulus war mit seiner Heimatgemeinde in vielfältiger Weise tief verbunden. Er machte sich über die künstlerische Betätigung auch bei den Priener Vereinen wie dem TuS Prien, dem Chiemsee-Yacht-Club (CYC) und den Feuerschützen als großzügiger Förderer beliebt. „Paul Paulus hat sich nicht nur mit seinen Bildern, aber mit diesen besonders, über den Tod hinaus für Prien verdient gemacht“, so der Bürgermeister, der am offenen Grab am Friedhof mit Mitgliedern des Marktgemeinderates einen Kranz als äußeres Zeichen der Wertschätzung niederlegte.

Im Requien in der Kirche hatte Monsignore Bruno Fink an das lange Leben sowie an die Fähigkeiten und Leistungen von Paul Jakob Paulus erinnert.

Geboren in Prien hatte er nach der Schulzeit im Ort die Oberrealschule Rosenheim besucht. Alsdann begann er mit den Studien der Rechtswissenschaften, doch musste er 1941 als Soldat in den Norden Europas, von wo er 1945 mit viel Glück wieder in seine Heimat zurückkehrte. Zwei Jahre später legte er die Große Staatsprüfung als Jurist und Prokurist ab. Bis zum Jahr 1978 übte er in Prien seinen Beruf aus, dann begab er sich wegen eines Herzinfarkts in den beruflichen Ruhestand.

1947 ehelichte er Martha, die er in Norwegen in Kriegszeiten kennengelernt hatte. Mit ihr war er bis zu ihrem Tod vor gut zwei Jahren über 60 Jahre fest und treu zusammengeblieben. Die letzten fünf Jahre verbrachte Paul Paulus in der Klinik Kursana in Prien. Dort konnte er sich von einem unglücklichen Sturz nicht mehr erholen, so dass er am Tag des Heiligen und stets Fröhlichen Don Bosco von dieser Erde abberufen wurde.

Florian Wunderle, Schützenmeister der Königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft Prien dankte im Beisein seiner Fahnenabordnung und mit einem Kranz Paul Paulus, der eines der ältesten und treuesten Vereinsmitglieder war. Bereits 1954 war er der Gemeinschaft beigetreten, der er als treffsicherer Schütze, Sportleiter, Organisator und Förderer viel Gutes tat. Paul Paulus gehörte zu jenen Männern, die nach dem Krieg die Schützenhaus-Tradition wieder belebten. Für seine Verdienste wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft zuerkannt, zudem war er Träger des Goldenen Ehrenzeichens. Zu seinem 90. Geburtstag lud Paulus zu einem unvergesslichen Ehrenschießen ein.

Auch der Chiemsee-Yacht-Club und das Seglerheim Chiemsee haben einen außergewöhnlichen Mitstreiter und Förderer verloren. Wie CYC-Vorstand Karl Fricke sagte, gehörte Paulus seit 1938, also 75 Jahre, der Seglergemeinschaft an. Seine wertvollsten Verdienste waren Tätigkeiten als Schriftführer (ab 1939), als aktiver Segler mit Gewinn der Bayerischen Meisterschaft, als Vorstand von 1963 bis 1969 sowie als Initiator des Grunderwerbs, der wiederum den Grundstein für die heutige Größe des Chiemsee-Yachtclubs darstellte. 1970 wurde Paul Paulus Ehrenmitglied des Chiemsee-Yachtclubs, der sich als profilierte Persönlichkeit und als Multitalent auch bei der Gründung des Seglerheimes einbrachte.

Mit Paul Paulus verstarb nach Franz Seebauer der zweite Ehrenbürger innerhalb eines Jahres. Die Marktgemeinde Prien hat damit, wie Bürgermeister Jürgen Seifert ausführte, mit Michael Anner nur noch einen Ehrenbürger.